Meine Meinung zu E-Bikes

Angeregt durch einen Artikel auf derstandard.at habe ich mich dazu entschlossen ein paar Zeilen über E-Bikes zu schreiben. Generell verfolgt mich dieses Theme in den letzten Tagen. Im aktuellen Bergwelten Magazin wurden E-Bikes getestet und sogar auf bikeboard.at erschien letzte Woche eine Reportage über E-Biken in Salzburg. Grundsätzlich finde ich E-Bikes ja eine tolle Erfindung. Vor allem wenn es darum geht Mobilität in Städten und ländlichen Regionen zu fördern und Moped- oder sogar Autofahrer dazu bringt ihre Dreckschleudern daheim stehen zu lassen und stattdessen mit dem Rad die täglichen Wege zu absolvieren.

Wenn es aber darum geht E-Mountainbikes als hippe SportFreizeitgeräte zu etablieren, kann ich nur den Kopf schütteln. Denn ich bin der Meinung dass man sich einen Gipfelsieg erarbeiten soll und nicht einfach locker lässig mit einem Hilfsmotor hinauf radelt. Als Bergsteiger fährt man ja auch nicht mit der Gondel bis zum Gipfel und postet dann das obligatorische Selfie auf Instagram. Ich meine, ich würde mich für so etwas schämen. Aber damit auch faule Menschen in den Genuss solcher Glücksgefühle kommen, die man nach einem zwei-stündigen Aufstieg erlebt, haben Fahrradhersteller eine neue lukrative Nische gefunden.

Geht es nach Guido Tschugg, seineszeichen ehemaliger Downhill-Profi, werden wir selbsttretenden Mountainbiker in drei Jahren schon in der Minderheit sein. Und vermutlich werden die blöden Kommentare von überholenden E-Bikern nicht weniger, wenn sie mit ihren surrenden Motoren an dir vorbei rauschen. Aber wehe der Akku wird leer. Dann schauen sie auch wieder blöd aus der Wäsche, denn dann können sie mit ihren ca. 25-Kilogramm schweren Fahrrädern gleich wieder umdrehen, denn ohne Motor geht einem selbst als fitter Mountainbiker in kürzester Zeit die Kraft aus.

Das Gewicht wirft auch ein anderes Problem auf: durch die zehn bis 15-Kilo mehr, die dickeren Reifen und die höheren Antrittskräfte durch den Motor werden Wald- und Wiesenwege viel mehr in Mitleidenschaft gezogen als es durch herkömmliche Mountainbikes der Fall ist. Zwar sind die Schäden keineswegs so schlimm, wie sie Wald- und Wiesenbesitzer mit ihren Traktoren und anderen tonnenschweren Geräten selbst verursachen. Im Kampf um die Wegefreiheit für Mountainbiker ist das mitunter aber ein weiteres Argument gegen die Freigabe von Forststraßen der Waldbesitzer. Das bekommen die Aktivisten von upmove nämlich immer häufiger zu spüren, nachdem sie zahlreiche Argumente der Gegner entkräftet haben. Vor allem mit E-Bikes der neuesten Generation, kommt man mittlerweile Wege hoch, die bis vor einem Jahr noch nicht einmal zur Debatte standen wenn es um die Wegefreiheit ging. (Siehe dazu ein Kommentar auf facebook)

Ein weiteres Problem was mir in letzter Zeit aufgefallen ist, dass sich manche E-Biker viel zu viel zutrauen. Gerade erst mit dem Radfahren im Gelände begonnen, fahren Sie auf Wegen die ihr technisches Können übersteigen weil sie sich selbst über- oder den Weg auf dem sie fahren unterschätzen. Ganz schlimm wird das, wenn sie beim wieder hinunter fahren plötzlich erkennen wie steil, steinig, verwurzelt, etc. der Trail ist und sie nurmehr schiebend vom Berg herunter kommen. Dann hätten sie gleich auch wandern gehen können.

Ich muss zugeben, dass ich bis zum heutigen Tag noch nie mit einem E-Bike gefahren bin. Egal ob mit einem City- oder Mountainbike. Ich lasse mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen, kann mir aber derzeit beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich mein antriebsloses Bike gegen eines mit Motor tauschen möchte. Sind doch die eingangs bereits erwähnten Endorphine nach einem hart erkämpften Gipfelsieg viel zu schön und mein Ego außerdem viel zu groß um mir diese Blöße zu geben.

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